Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Q2 Report von RIM
karlimann
16.09.2011, 06:42
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aktuelle Zahlen von RIM vom gestrigen Earnings Report. U.a. nur 200.000 "shipped" Playbook.
Noch ein Link:
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Gruß
Karl
Grützi,
Verrückt! Wie kann es sein, dass "man" mit Smartphones 380 Mio. verdient und auf der anderen Seite (z.B.) Milliarden Klagen am Laufen sind!
Womit wird dann bitte Geld eigentlich verdient?
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Alles ziemlich merkwürzig.
karlimann
16.09.2011, 09:49
Aber "auf der anderen" Seite hat man auch mehr als 380 Mio. verdient.
Und jede Klage setzt eine höhere Summe an als letztlich dabei rauskommt. Ist eigentlich ganz normal in dem Business :D.
Na ja, also "normal" finde ich das nicht.
Abteilung Forschung und Entwicklung: 250 Angestellte
Abteilung Recht/ Patenrecht: 300 Rechtsanwälte
Das ist ein Unding unserer Zeit.
Gibt viele Firmen, wie z.B. Louis Karton Handtaschen oder Chainsawmassaker SIHL Sägen, die dutzende Rechtsanwälte beschäftigen müssen, um gegen alle möglichen Patentverletzungen und Plagiate vorgehen zu können. So ein Rechtsanwalt verdient mit Sicherheit bedeutend mehr als ein Lagerarbeiter in der Verpackungsabteilung. Aber das muss sein, und es ist richtig.
Diese Kosten gehen jedoch vom Gewinn ab, oder müssen auf den Verkaufspreis umgelegt werden.
In einem meiner Post hatte ich mich ja schonmal darüber ausgelassen, dass letztlich mit Werbeanzeigen der wirkliche Gewinn erzielt wird. Jetzt kommt meiner Meinung nach noch die Patentklagewut/Gier im Smartphone/ Tablettbereich dazu, um Millionen, wenn nicht sogar Milliarden aus anderen herauszupressen. Wobei hier die Patente, um die es geht, echt fragwürdig sind, teilweise vollkommen allgemeingültig. Mercedes Benz verklagt ja auch nicht andere Hersteller, weil deren Autoreifen ebenfalls rund und aus Gummi sind!
Sehr bedenklich!
Wir brauch echt nen GEFÄLLT MIR Button!!!!!
@ bbtoday danke hast mit mit deimen Komentar gerade den Tag versüßt!!!!!!!
karlimann
16.09.2011, 10:38
Ok, aber hier geht es um die RIM Quartalszahlen und nicht um die allgemeine Verklagewut von allen möglichen Unternehmungen.
Ja, das stimmt. Wenn man jedoch die oberflächliche Denkebene verlässt, erkennt man relativ zügig, dass das Kosten der (intern) nötigen Anwälte, Prozesskostenrückstellungen, plötzlichen Lizenzgebühren-/ aufwendungen eben den Quartalserfolg schmälern.
Insofern hat dies alles einen Einfluss auf den bilanziellen Erfolg eines Unternehmens.
Hier ein Milliönchen, dort ein Milliönchen und zacka bumm: Erfolg geschmälert.
Research In Motion und Dolby legen Patentstreit bei
Siehe z.B. hier: [Only registered and activated users can see links]
karlimann
16.09.2011, 11:46
richtig, aber es sollen auch angeblich die Verkäufe eines Unternehmens am Erfolg schuld sein und das ist ja der Kern des Themas.
Ansonsten könnte man noch zig andere Faktoren sammeln, die auch am Umsatz bzw. Gewinn beteiligt sind.
karliman:
es sollen auch angeblich die Verkäufe eines Unternehmens am Erfolg schuld sein
Ja, das stimmt. Aber mir kommen zunehmende Zweifel, belegbare Zweifel, dass es in nicht wenigen Fällen wirklich nicht mehr nur noch um das Produkt geht, sondern darum, den Mitbewerber auf anderen Ebenen zu unterwerfen, auszuschalten, zu verdrängen oder dessen Quartalszahlen zu manipulieren.
Wenn du eine Firma hättest mit 1Mio Stammkapital und einem Jahresgewinn von (tollen) 50 Mio. im ersten Jahr. Dann verklage ich dich auch irrwitzige 2 Mrd. Euro. Du musst dann lt. deutschen Bilanzrecht eine Prozesskostenrückstellung durchführen, die so hoch wäre, dass du dann sofort Insolvenz anmelden müsstest.
So läuft der Hase! :piper:
:D
karlimann
16.09.2011, 12:16
Wenn du weisst, wie der Hase läuft, könntest du das ja ausnutzen. So einfach ist das auch nicht, da die Klage vorher auf Zulässigkeit geprüft wird.
Nenn mir bitte doch ein konkretes Beispiel, wo das so gelaufen ist.
RIM hatte 4.2 Millarden Umsatz, dabei 329 Mio Gewinn. Also schon ein etwas größeres Unternehmen. Und oben wurden Google verklagt, auch nicht gerade ein kleines Unternehmen.
Klar kostete der vermutlich oben verlinkte Vergleich Geld. Aber auch anderes kostet Kohle, wie z.b der Abbau von 2000 Stellen dürfte mit ein paar Dollars zu Buche schlagen.
ViSioNFaCToRY
16.09.2011, 14:56
Also, man kann sagen, was man will, aber der Markt straft die Buben heute ganz ordentlich ab. Das Low bei $22,52 und gestern waren wir noch im Handelsverlauf über $30,00, Respekt!
@karliman
ja, 2000 Leute, sagen wir mal mit Lohnnebenkosten pro Monat 5000€ (entsprechend in $) x 12 Monate = 120 Mio € im Jahr
Ist schon ein Sümmchen.
Hier das geforderte Beispiel:
Oracle verklagt Google auf 6,1 Milliarden Dollar
*hihi*
erst kauft Oracel die Firma SUN (=JAVA) für 7,1 Mrd Dollar und verklagt dann mit den erworbenen Patenrechten sodann Google.
*Lustig*
Alles ein kleine lustige Bussi Bussi Auseinandersetzung. Kannst ja mal selber hochrechnen, wie hoch die Anwaltshonorare nach RaGO wären, die vorzuschießenden Gerichtsprozeßkosten (dafür gibt es auch eine Gebührentabelle), die an die Gerichtskasse VORAB (in Deutschland) zu entrichten wären. In Amiland dann noch die Erfolgsprovisionen für die Anwälte usw. usw.
Dann könnte man noch hochrechnen, wie vielen Mitarbeitern bei RIM/Google (siehe Rechnung oben) diese Summe entspräche!
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@DerUnsichere
Willst du neuen BMW7, musst du SHORT Verkäufe machen! Alles Hallunken dort.
MFG BBTODAY
karlimann
17.09.2011, 07:37
Ich meinte ein Beispiel, bei dem der Beklagte aufgrund der Zurückstellungen Insolvenz anmelden musste.
@karliman
der Trick bei der Sache ist der, dass dadurch der Druck erhöht wird. Bilanztechnisch kann ich das gerne auch erklären, das führt jedoch hier zu weit.
Das Perfide daran ist, dass man so auch (bei großen Firmen) Aktienkurse manipulieren kann, genauso als wenn man "üble" Gerüchte streute.
Kleine Firmen kommen so erst gar nicht auf den Markt, weil sie im Minenfeld der Patent(klagen) von Patentverwerten geschlachtet werden.
Zitat:
..." Doch nicht nur die Titanen rüsten auf. Auch die sogenannten „Patenttrolle“ sind auf dem Markt unterwegs. Als Trolle werden Unternehmen bezeichnet, die aus ihrem in der Regel zusammengekauften Patentportfolio Kapital zu schlagen versuchen, ohne selbst zu entwickeln oder zu produzieren. Das ist ein legales Geschäftsmodell, dem zum Teil auch börsennotierte Großunternehmen nachgehen. So wie der US-Patentverwerter Acacia Research, der Mitte Juli ein nach eigenen Angaben „wertvolles Patent-Portfolio“ im Smartphone-Bereich zugekauft hat.
Während sich Großkonzerne einen Rechtsstreit im Zweifel leisten können, wird eine Patentklage für ein Startup schnell zu einer existenziellen Bedrohung. Der eigentliche Schutzzweck der Patente wird so ad absurdum geführt, meint auch Google. Dessen Justiziar Kent Walker hält das Durcheinander im Patentwesen für schädlich. „Ein Patent hat nichts mit Innovation zu tun“, sagte Walker gegenüber dem US-Blog TechCrunch. „Es ist das Recht, jemand anderen an Innovationen zu hindern“.
"...
Quelle: [Only registered and activated users can see links]
Diese Aussage untermauert auch meine Darstellung(en):
(Quelle: selbe wie siehe oben)
..."Googles Aktivitäten auf dem Patentmarkt beflügeln offenbar die Fantasie mancher Anleger. Der umtriebige US-Milliardär Carl Icahn will das Patentvermögen des Handyherstellers Motorola Mobility versilbern. Wenn die Patente mehr wert seien als die Produktionseinheiten, müsse der Konzern daraus Kapital für die Anleger schlagen, meint Icahn, der mit über elf Prozent der Anteile größter Einzelaktionär von Motorola Mobility ist. Auch bei Eastman-Kodak reifen solche Gedanken. Das Unternehmen lässt einen Verkauf seiner Patente im Bereich der digitalen Bildverarbeitung prüfen. "...
MFG BBTODAY
karlimann
17.09.2011, 17:37
Also ich verstehe dich nicht. Ich wollte ein Beispiel, aber scheinbar kannst du mir da keines liefern weil das vermutlich eben doch noch nicht passiert ist.
Deinen allgemeinen Ausführungen zum Thema Patente und noch schlimmer Software-Patente in USA widerspricht ja auch keiner und ist auch bei Menschen, die sich mit den Thema beschäftigen nichts neues.
@karliman
Wenn eine Firma Insolvenz anmeldet, wird i.d.R nicht der bilanzielle Grund publiziert.
Gib mal bei google ein: "pleite durch hohe Rückstellung".
Dort findest du ausreichende Beispiele bis hin zu HGB/ Bilanzrecht und Buchungsbeispielen.
Startup Unternehmen, die schon beim "START" mit Patentklagen bedroht werden und so erst gar nicht an den Start gehen können, werden ja i.d.R. auch nicht publiziert. Da werden dann alle Pläne schlicht verworfen oder die Ideen fließen in eine bestehende Firma ein.
Da dieses Thema jedoch zu komplex ist und hier abschweift (und ggf. nur wenige hier interessiert), möchte ich dieses gerne hier beenden.
MFG BBTODAY
Grützi,
hier noch ein netter Artikel über den Patentkrieg, der meine Aussagen stützt!
LINK: [Only registered and activated users can see links]
Auszug:
..."Patente lassen sich also auch einsetzen, um die Konkurrenz vom Markt zu verdrängen oder ihr zumindest großen Schaden zuzufügen. Da einige Patente so allgemein gehalten sind, muss manchmal erst juristisch geklärt werden, ob zum Beispiel ein Bauteil, das in jedem Gerät vorkommt, das Patentrecht eines bestimmten Herstellers verletzt oder nicht. Will also der Patentbesitzer seinen Konkurrenten Steine in den Weg legen, setzt er mit einer Patentklage diese juristische Überprüfung in Gang – und kann mit etwas Glück dann den Verkauf der Konkurrenzgeräte so lange verbieten lassen, wie der Prozess dauert.
..."
Quelle: siehe LINK
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